Was ist eine Aluminiumfassade?
Als Aluminiumfassade bezeichnet man Fassadenkonstruktionen, bei denen Aluminiumprofile, -kassetten oder -paneele die tragende Unterkonstruktion, die Bekleidung oder beides bilden. Typisch sind Systemprofile mit Dichtungen und Anschlüssen an Fenster, Türen, Attiken sowie ggf. integrierte Verglasungen. Die Oberfläche ist oft eloxiert oder pulverbeschichtet und muss im Betrieb vor allem hinsichtlich Dichtheit, Befestigung und Beschichtungszustand überwacht werden.
Ziel
Zustand und Funktion der Aluminiumfassade beurteilen: Dichtheit, Befestigungen, Oberflächen, Anschlüsse und mögliche Sicherheitsrisiken.
Typisch für
Büro- und Verwaltungsgebäude, Industrie- und Logistikhallen, Einkaufszentren sowie moderne Wohnbauten mit Metall- oder Glas-Metall-Fassaden.
Ergebnis
Dokumentierte Befunde mit Fotobelegen, Priorisierung von Maßnahmen und Empfehlungen für Reinigung, Wartung oder Reparatur.
Ablauf einer Aluminiumfassade
Eine Inspektion der Aluminiumfassade kombiniert Sichtprüfung, Detailkontrolle kritischer Anschlüsse und eine nachvollziehbare Dokumentation. Der Umfang richtet sich nach Fassadentyp, Exposition (Wetter, Industrieatmosphäre) und Nutzung des Gebäudes.
1) Vorbereitung
- Unterlagen sichten: Fassadenpläne, Detailzeichnungen, Wartungs- und Schadenshistorie
- Zugangs- und Sicherheitskonzept festlegen (z. B. Seilzugang, Hubarbeitsbühne, Absperrungen)
- Prüfbereiche definieren: Anschlüsse, Fugen, Entwässerung, Befestigungspunkte, exponierte Zonen
2) Prüfung vor Ort
- Sichtprüfung der Oberfläche: Verschmutzung, Kreidung, Abplatzungen, Verfärbungen, Kontaktkorrosion an Übergängen
- Kontrolle von Fugen, Dichtungen und Anschlüssen: Risse, Schrumpfung, Ablösungen, Undichtigkeitsindikatoren
- Befestigungen und Bauteile prüfen: lockere Abdeckleisten, beschädigte Kassetten/Paneele, Verformungen, Klapperstellen; Entwässerungsöffnungen auf Funktion prüfen
3) Auswertung & Empfehlungen
- Befunde strukturieren nach Bauteil, Achse/Feld und Dringlichkeit (Sicherheit, Folgeschäden, Optik)
- Ursachen bewerten (z. B. thermische Längenänderung, Materialkontakt, fehlende Entwässerung, mechanische Einwirkung)
- Maßnahmen ableiten: Reinigungskonzept, punktuelle Reparaturen, Austausch von Dichtungen/Abdeckungen, Nachjustierung von Bauteilen
Was wird typischerweise geprüft?
Der Prüf- und Leistungsumfang wird objektspezifisch festgelegt. Bei Aluminiumfassaden sind neben der sichtbaren Bekleidung insbesondere Anschlüsse, Fugen und die Entwässerung entscheidend, weil hier häufig Feuchte- und Folgeschäden entstehen.
Fassade & Gebäudehülle
- Oberflächenzustand von Aluminium (Eloxal/Pulverbeschichtung): Beschädigungen, Korrosionsansätze, Reinigungszustand
- Fugen und Dichtungen: Alterung, Rissbildung, Ablösungen, fehlende Haftung, Übergänge zu Glas/Stein/Beton
- Befestigungen/Abdeckungen: Sitz, Verformungen, lose Elemente, mechanische Schäden (z. B. Anprall, Windlastfolgen)
- Anschlüsse und Durchdringungen: Fenster-/Türanschlüsse, Attika, Sockel, Dehnfugen, Leitungsdurchführungen; Hinweise auf Feuchteeintrag
Dach & Aufbauten
- Attika- und Dachrandanschlüsse der Fassadenprofile: Abdeckungen, Übergänge, Hinterläufigkeit
- Entwässerung im Randbereich: Ablaufwege, freie Öffnungen, Verschmutzungen/Verstopfungen
- Aufbauten im Fassadenrandbereich (z. B. Werbeträger, Leitungen): Befestigungen, Dichtanschlüsse, Korrosionsrisiken an Materialkontakten
- Sichtprüfung angrenzender Dachdetails, soweit für die Fassadendichtheit relevant (z. B. Anschlussbleche, Übergänge)
Warum Seilzugangstechnik oft ideal ist
Seilzugangstechnik ermöglicht die gezielte Prüfung von Fassadenfeldern, Fugen und Anschlüssen auch an schwer erreichbaren Bereichen ohne großflächige Einrüstung. Das ist besonders vorteilhaft bei hohen Gebäuden, Innenhöfen oder beengten Aufstellflächen. Zudem lassen sich Detailfotos, punktuelle Messungen und kleinere Sofortmaßnahmen (z. B. das Sichern loser Abdeckungen) effizient kombinieren.
Dokumentation & Ergebnisbericht
Eine klare Dokumentation macht den Fassadenzustand nachvollziehbar und unterstützt die Planung von Wartung und Instandsetzung. Wichtig sind eindeutige Ortsangaben, damit Maßnahmen später sicher zugeordnet werden können.
Typische Inhalte eines Berichts
- Fotodokumentation mit Positionsangaben (Achsraster/Feld, Geschoss, Himmelsrichtung)
- Befundliste mit Beschreibung, Umfang und möglicher Ursache
- Bewertung der Dringlichkeit (z. B. Sicherheitsrisiko, Wassereintritt, optischer Mangel)
- Empfehlungen für Reinigung, Wartung, Reparatur oder Austausch von Bauteilen
- Hinweise zu Zugänglichkeit und geeigneten Verfahren für die Umsetzung (z. B. Seilzugang, Bühne)
FAQ: Aluminiumfassade
Welche Schäden treten an Aluminiumfassaden häufig auf?
Typisch sind beschädigte oder gealterte Dichtungen, undichte Anschlussfugen, lockere Abdeckleisten, mechanische Dellen/Kratzer sowie Verschmutzungen und Beschichtungsabnutzung. An Kontaktstellen mit anderen Metallen kann bei ungünstigen Bedingungen Kontaktkorrosion auftreten.
Woran erkennt man Undichtigkeiten an der Aluminiumfassade?
Hinweise sind Feuchteflecken an Innenbekleidungen, Wasserlaufspuren, Schimmelbildung, aufgequollene Bauteile im Anschlussbereich oder wiederkehrende Verschmutzungsmuster an Fugen. Eine Inspektion konzentriert sich daher auf Fugen, Entwässerungswege und Anschlussdetails.
Wie oft sollte eine Aluminiumfassade inspiziert werden?
Das hängt von Gebäudehöhe, Wetter- und Umwelteinflüssen sowie der Fassadenkonstruktion ab. In der Praxis werden regelmäßige Sichtprüfungen und anlassbezogene Kontrollen (z. B. nach Sturm, Umbauten oder bei Feuchtehinweisen) kombiniert; der konkrete Turnus sollte objektspezifisch festgelegt werden.
Aluminiumfassade prüfen lassen
Wir unterstützen bei der strukturierten Begutachtung von Aluminiumfassaden – inklusive Fotodokumentation, Befundbewertung und Empfehlungen für Wartung und Reparatur. Auf Wunsch erfolgt der Zugang effizient per Seilzugangstechnik.