Was ist Dokumentation von Fassadenschäden?
Unter der Dokumentation von Fassadenschäden versteht man die strukturierte Erfassung von Schadstellen an Putz, Beton, Mauerwerk, Fugen, Bekleidungen, Anbauteilen und Anschlüssen. Dazu gehören Fotodokumentation, eindeutige Verortung (z. B. Achsraster, Geschoss, Fassadenfeld), Beschreibung von Art und Ausmaß sowie eine erste Einschätzung der Dringlichkeit. Ziel ist ein prüf- und vergleichbarer Zustandbericht als Grundlage für Instandhaltung, Sanierung oder weiterführende Untersuchungen.
Ziel
Schäden eindeutig erfassen, bewerten und priorisieren, um Sicherheit, Werterhalt und eine effiziente Instandsetzung zu unterstützen.
Typisch für
Rissbilder, Abplatzungen, Hohllagen, Korrosion an Befestigungen, undichte Fugen/Anschlüsse, Feuchte- und Verfärbungszonen, lose Bauteile.
Ergebnis
Zustandsbericht mit Fotobelegen, Lageplan/Verortung, Schadensliste, Risikoeinschätzung und Empfehlungen für Maßnahmen oder weiterführende Prüfungen.
Ablauf einer Dokumentation von Fassadenschäden
Eine belastbare Schadensdokumentation folgt einem klaren Ablauf: erst werden Ziele und Prüfumfang festgelegt, dann erfolgt die Aufnahme vor Ort, anschließend die Auswertung mit nachvollziehbarer Priorisierung.
1) Vorbereitung
- Ziel, Prüfumfang und Zugangswege festlegen (z. B. Teilfassaden, kritische Zonen, Anschlüsse).
- Vorhandene Unterlagen sichten: Pläne, frühere Befunde, Sanierungs- und Wartungsnachweise.
- Dokumentationsschema definieren: Nummerierung, Fotostandard, Lagebezug, Bewertungslogik und Berichtstruktur.
2) Prüfung vor Ort
- Visuelle Inspektion und systematische Aufnahme je Fassadenabschnitt; kritische Bereiche gezielt nachprüfen.
- Fotodokumentation mit Maßbezug, Übersicht- und Detailbildern; eindeutige Verortung (Achsen, Geschosse, Fassadenfelder).
- Erfassung von Schadmerkmalen: Art (z. B. Riss, Abplatzung), Ausdehnung, mögliche Ursachehinweise, akute Gefährdung (z. B. lose Teile).
3) Auswertung & Empfehlungen
- Schadensliste konsolidieren, Dubletten bereinigen, Lagepläne/Ansichten zuordnen.
- Dringlichkeit priorisieren (z. B. Verkehrssicherheit, Feuchteeintrag, Folgeschäden) und Maßnahmenkategorien ableiten.
- Empfehlungen formulieren: Sofortmaßnahmen, Instandsetzungsvorschläge, Monitoring-Intervalle oder weiterführende Untersuchungen.
Was wird typischerweise geprüft?
Der Umfang richtet sich nach Bauart, Nutzung, Exposition und Schadensbild. Häufig werden neben der eigentlichen Fassade auch angrenzende Bauteile und Übergänge betrachtet, weil dort Schäden besonders oft entstehen.
Fassade & Gebäudehülle
- Putz-, Beton- und Mauerwerksflächen: Risse, Abplatzungen, Hohllagen, Ausbrüche, Ausblühungen.
- Fugen und Anschlüsse: Bewegungsfugen, Fensteranschlüsse, Dehnfugen, Abdichtungen, Übergänge zu Attika und Sockel.
- Bekleidungen und Befestigungen: Platten, Schienen, Konsolen, Ankerpunkte; Hinweise auf Lockerung oder Korrosion.
- Bauteile im Fassadenbereich: Fensterbänke, Gesimse, Brüstungen, Geländer, Fallrohre; potenzielle Gefahrenstellen.
Dach & Aufbauten
- Attika- und Dachrandbereiche: Abdeckungen, Anschlüsse, Durchdringungen, mögliche Feuchtepfade.
- Dachentwässerung: Rinnen, Einläufe, Fallrohranschlüsse; Überläufe und Spuren von Rückstau/Übertritt.
- Aufbauten und Einbauten: Lüftungs- und Technikkomponenten, Halterungen, Leitungsführungen, Befestigungspunkte.
- Übergänge Dach–Fassade: kritische Detailpunkte für Undichtigkeiten und Folgeschäden an der Fassade.
Warum Seilzugangstechnik oft ideal ist
Seilzugangstechnik ermöglicht eine nahe, flexible und punktgenaue Aufnahme auch an schwer zugänglichen Fassadenbereichen, ohne umfangreiche Gerüststellungen. Dadurch lassen sich Detailfotos, Verortung und Zustandsbewertungen direkt am Bauteil durchführen. Besonders bei hohen Gebäuden, Innenhöfen, beengten Zufahrten oder zeitkritischen Prüfungen ist der Seilzugang häufig wirtschaftlich und minimiert Beeinträchtigungen des Betriebs.
Dokumentation & Ergebnisbericht
Eine gute Dokumentation ist nur dann nutzbar, wenn sie eindeutig, vergleichbar und prüfbar ist. Bewährt haben sich klare Standards für Fotos, Lagebezug und Benennung.
Typische Inhalte eines Berichts
- Eindeutige Verortung jeder Schadstelle (Fassade/Seite, Achse, Geschoss, Feld; optional Koordinaten oder Planreferenz).
- Fotostandard: Übersicht + Detail, Maßbezug (z. B. Maßstab), konsistente Dateibenennung und Zeitstempel.
- Schadensbeschreibung mit Klassifizierung (Art, Ausmaß, betroffene Bauteile/Materialien) und nachvollziehbarer Priorität.
- Hinweise auf mögliche Ursachen und Randbedingungen (Witterung, Bauteilanschlüsse, Wasserführung), ohne voreilige Festlegung.
- Bericht mit Anlagen: Fotolisten, Planausschnitte/Ansichten, Schadensregister und Maßnahmenempfehlungen inkl. Nachverfolgung.
FAQ: Dokumentation von Fassadenschäden
Worin unterscheidet sich die Dokumentation von einer Sanierungsplanung?
Die Dokumentation beschreibt und verortet den Ist-Zustand (Schadensbild, Umfang, Dringlichkeit) und liefert eine Grundlage. Eine Sanierungsplanung geht darüber hinaus und umfasst in der Regel Ursachenklärung, Detailkonzepte, Ausschreibungstexte, Termin- und Kostenplanung sowie Bauüberwachung.
Welche Informationen sollten Fotos enthalten, damit sie später verwertbar sind?
Wichtig sind Übersicht und Detail, ein Maßbezug (z. B. Maßstab), eine eindeutige Zuordnung zur Position am Gebäude sowie eine konsistente Benennung. Bei wiederkehrenden Kontrollen erleichtern identische Blickrichtungen und feste Referenzpunkte den Vergleich.
Wann ist eine kurzfristige Prüfung besonders dringend?
Wenn Hinweise auf lose oder absturzgefährdete Bauteile bestehen (z. B. Abplatzungen, lockere Bekleidungen, korrodierte Befestigungen) oder wenn Feuchteeintrag Folgeschäden erwarten lässt. In solchen Fällen sollten Sicherungsmaßnahmen und eine zeitnahe Detailprüfung priorisiert werden.
Fassadenschäden belastbar dokumentieren lassen
Wir unterstützen bei der strukturierten Aufnahme, Verortung und Bewertung von Fassadenschäden – auf Wunsch mit Seilzugangstechnik für schwer erreichbare Bereiche. Ergebnis ist ein klarer Bericht als Grundlage für Instandsetzung, Ausschreibung oder Monitoring.