Lexikon • Inspektion

Fassadeninspektion

Eine Fassadeninspektion prüft die Gebäudehülle auf Schäden, Undichtigkeiten und Risiken für Personen und Sachwerte. Sie liefert eine belastbare Grundlage für Instandhaltung, Sanierung und Budgetplanung. Je nach Objekt erfolgt sie visuell, messtechnisch und mit gezielten Detailprüfungen.

Was ist eine Fassadeninspektion?

Unter Fassadeninspektion versteht man die planmäßige Untersuchung von Fassaden- und Bauteilflächen (z. B. Putz, Naturstein, Metall- und Glasfassaden) auf ihren Zustand, ihre Funktion und ihre Verkehrssicherheit. Dabei werden Auffälligkeiten wie Risse, Abplatzungen, Korrosion, lose Bauteile, undichte Anschlüsse oder Feuchteschäden erfasst, bewertet und für weitere Maßnahmen dokumentiert.

Ziel

Schäden früh erkennen, Risiken minimieren und die Funktionsfähigkeit der Gebäudehülle (Witterungsschutz, Wärmeschutz, Dichtheit) erhalten.

Typisch für

Bestandsgebäude, Hochhäuser, Industrie- und Verwaltungsbauten, Parkhäuser sowie Fassaden nach Unwettern, Umbauten oder bei wiederkehrenden Feuchteproblemen.

Ergebnis

Zustandsbericht mit Fotodokumentation, Schadenslokalisierung, Priorisierung (z. B. akut/kurz-/mittelfristig) und Empfehlungen für Reparatur, Monitoring oder weiterführende Prüfungen.

Ablauf einer Fassadeninspektion

Der Ablauf richtet sich nach Fassadentyp, Zugänglichkeit und Fragestellung. In der Praxis bewährt sich ein dreistufiges Vorgehen aus Vorbereitung, Prüfung vor Ort und strukturierter Auswertung.

1) Vorbereitung

  • Klärung von Ziel, Umfang, Zugangswegen und Sicherheitsanforderungen (z. B. Publikumsverkehr, Betriebszeiten)
  • Sichtung vorhandener Unterlagen: Pläne, frühere Befunde, Wartungs- und Schadenshistorie
  • Festlegen von Prüfpunkten und Dokumentationsstandard (Bauteilzonen, Raster, Fotopunkte)

2) Prüfung vor Ort

  • Visuelle Kontrolle aus Nähe und Distanz; Identifikation typischer Schadensbilder je nach Material
  • Detailprüfung kritischer Bereiche: Anschlüsse, Fugen, Befestigungen, Attika, Fensteranschlüsse, Übergänge
  • Erfassung von Auffälligkeiten mit Position (z. B. Achsen/Etagen), Foto, Kurzbeschreibung und Dringlichkeit

3) Auswertung & Empfehlungen

  • Bewertung der Befunde hinsichtlich Ursache, Auswirkung und Risiko (z. B. Absturzgefahr, Wassereintritt)
  • Ableitung von Maßnahmen: Sofortmaßnahmen, Reparaturen, weiterführende Untersuchungen, Wartungsintervalle
  • Übergabe eines nachvollziehbaren Berichts als Entscheidungsgrundlage für Betreiber und Fachplaner

Was wird typischerweise geprüft?

Der Inspektionsumfang kann von einer orientierenden Sichtprüfung bis zur detaillierten Bauteilaufnahme reichen. Häufig werden Fassadenflächen und angrenzende Bauteile gemeinsam betrachtet, weil Schäden oft an Übergängen entstehen.

Fassade & Gebäudehülle

  • Oberflächenzustand: Risse, Abplatzungen, Ausblühungen, Verschmutzung, biologische Bewuchsbildung
  • Fugen und Anschlüsse: Dichtstoffe, Anschlussprofile, Bewegungsfugen, Fenster- und Türanschlüsse
  • Befestigungen und Anbauteile: Konsolen, Abdeckungen, Bekleidungen, Geländer, Werbeanlagen (Sichtprüfung)
  • Schadensindikatoren: Feuchte-/Wasserlaufspuren, Korrosion, Verformungen, Hohlstellenhinweise

Dach & Aufbauten

  • Attika, Dachrandabschlüsse und Übergänge zur Fassade (typische Leckage- und Schadenszonen)
  • Dachentwässerung im Randbereich: Einläufe, Notüberläufe, Rinnen und Fallrohranschlüsse
  • Aufbauten und Durchdringungen in Fassadennähe: Lüftung, Leitungen, Halterungen, Abdeckungen
  • Sicherheitsrelevante Punkte: lose Bleche/Abdeckungen, beschädigte Einhausungen, herabfallgefährdete Teile

Warum Seilzugangstechnik oft ideal ist

Seilzugangstechnik ermöglicht eine nahe, flächige Prüfung auch an schwer zugänglichen Bereichen, ohne umfangreiche Gerüststellungen. Dadurch lassen sich Befunde direkt am Bauteil verifizieren, Details fotografisch sauber dokumentieren und kritische Stellen gezielt nachprüfen. Zudem ist der Zugang häufig flexibel planbar und kann Betriebsabläufe oft weniger beeinträchtigen als großflächige Einrüstungen.

Dokumentation & Ergebnisbericht

Eine gute Dokumentation macht Befunde vergleichbar und Maßnahmen planbar. Üblich sind standardisierte Aufnahmen, klare Ortsangaben und eine nachvollziehbare Priorisierung.

Typische Inhalte eines Berichts

  • Fotodokumentation mit Übersichts- und Detailbildern
  • Positionsangaben (z. B. Achsraster, Etage, Fassadenseite, Bauteilzone)
  • Schadensbeschreibung inkl. Ausmaß, betroffener Bauteile und möglicher Ursachen
  • Risikoeinschätzung und Dringlichkeit (z. B. Sofortmaßnahme vs. planbare Instandsetzung)
  • Empfehlungen für Reparatur, Wartung, Monitoring oder weiterführende Untersuchungen

FAQ: Fassadeninspektion

Wann ist eine Fassadeninspektion sinnvoll?

Sinnvoll ist sie bei sichtbaren Schäden (Risse, Abplatzungen, Feuchtespuren), nach Unwettern, vor geplanten Sanierungen sowie zur regelmäßigen Zustandskontrolle im Rahmen der Betreiberverantwortung. Auch bei wiederkehrenden Undichtigkeiten hilft eine Inspektion, die Ursache einzugrenzen.

Was ist der Unterschied zwischen Inspektion und Begutachtung?

Eine Inspektion ist die systematische Erfassung des Zustands und auffälliger Bereiche nach einem definierten Umfang. Eine Begutachtung geht häufig stärker in Richtung Bewertung und Einordnung der Befunde, z. B. mit konkreten Handlungsempfehlungen und Priorisierung. In der Praxis werden beide Begriffe teils überlappend verwendet; entscheidend ist der vereinbarte Leistungsumfang.

Muss für eine Fassadeninspektion immer ein Gerüst gestellt werden?

Nicht zwingend. Je nach Gebäude, Fassadentyp und Prüftiefe kommen Seilzugangstechnik, Hubarbeitsbühnen oder punktuelle Gerüstfelder in Frage. Die Wahl hängt von Zugänglichkeit, Sicherheitsanforderungen, Prüfziel und betrieblichen Randbedingungen ab.

Fassadeninspektion anfragen

Sie benötigen eine belastbare Zustandsaufnahme Ihrer Fassade oder eine Prüfung nach einem Schadensereignis? Wir unterstützen mit strukturierter Inspektion, Fotodokumentation und klaren Empfehlungen – bei Bedarf auch per Seilzugangstechnik.