Lexikon • Inspektion

Fassadensanierung

Eine Fassadensanierung umfasst die Instandsetzung und Erneuerung der Gebäudeaußenhaut, um Schäden zu beseitigen und die Schutzfunktion dauerhaft wiederherzustellen. Sie reicht von lokalen Reparaturen bis zur umfassenden Erneuerung von Putz, Fugen, Anstrichen oder Bekleidungen. Ziel ist der langfristige Werterhalt bei möglichst geringer Beeinträchtigung des Gebäudebetriebs.

Was ist Fassadensanierung?

Unter Fassadensanierung versteht man alle Maßnahmen zur Reparatur, Ertüchtigung oder Erneuerung der Fassade und angrenzender Bauteile der Gebäudehülle. Dazu zählen z. B. die Beseitigung von Rissen und Abplatzungen, das Instandsetzen von Fugen und Anschlüssen, Korrosionsschutz an Metallbauteilen sowie die Erneuerung von Beschichtungen oder Fassadenbekleidungen. Häufig wird die Sanierung durch eine Zustandsbewertung und Schadensanalyse vorbereitet, um Ursache und Umfang der Maßnahmen fachgerecht festzulegen.

Ziel

Schäden beheben, Schutz vor Witterung und Feuchte sichern, Standsicherheit und Gebrauchstauglichkeit erhalten sowie Optik und Wert der Immobilie verbessern.

Typisch für

Risse im Putz, lose Bauteile, undichte Fugen, Abplatzungen, Korrosion an Befestigungen, Algen-/Schmutzbelastung, Wärmebrücken und Feuchteschäden an Anschlüssen.

Ergebnis

Eine dauerhaft funktionsfähige, sichere und optisch aufgewertete Fassade mit dokumentierten Maßnahmen, klaren Wartungsintervallen und reduziertem Folgeschadenrisiko.

Ablauf einer Fassadensanierung

Eine Fassadensanierung beginnt mit einer belastbaren Bestandsaufnahme und endet mit einer nachvollziehbaren Dokumentation der ausgeführten Arbeiten. Je nach Bauart (Putz, Klinker, Metall, Glas, Naturstein) unterscheiden sich Prüf- und Sanierungsschritte. Wichtig ist die Abstimmung von Zugang, Schutzmaßnahmen und Betriebsabläufen.

1) Vorbereitung

  • Unterlagen sichten (Pläne, frühere Gutachten, Wartungs- und Schadenshistorie)
  • Zugangskonzept festlegen (Gerüst, Hubarbeitsbühne oder Seilzugang) und Gefährdungsbeurteilung erstellen
  • Prüf- und Sanierungsumfang definieren (Bauteile, Höhenbereiche, Stichproben, Messungen)

2) Prüfung vor Ort

  • Sichtprüfung und Klopf-/Abtastkontrollen auf Hohlstellen, lose Teile, Risse, Undichtigkeiten und Korrosion
  • Detailprüfung von Anschlüssen (Fenster, Attika, Dehnfugen, Durchdringungen) sowie Entwässerung (Rinnen, Fallrohre)
  • Fotodokumentation, Schadenskartierung und Bewertung der Dringlichkeit (Sicherheitsrisiko, Feuchtepfad, Folgeschäden)

3) Auswertung & Empfehlungen

  • Ursachenanalyse (z. B. Feuchteeintrag, Materialermüdung, thermische Bewegung, fehlerhafte Anschlüsse)
  • Sanierungskonzept mit Prioritäten, Material-/Systemvorschlägen und Schnittstellen zu anderen Gewerken
  • Empfehlung zu Wartung, Kontrollintervallen und begleitenden Maßnahmen (Reinigung, Taubenabwehr, Schutznetze)

Was wird typischerweise geprüft?

Der Umfang einer Fassadensanierung wird objektbezogen festgelegt und kann von punktuellen Reparaturen bis zur vollständigen Erneuerung von Schichten und Bauteilen reichen. Entscheidend sind Bauart, Schadensbild, Exposition und Nutzung des Gebäudes. Häufig werden angrenzende Bereiche der Gebäudehülle mitbetrachtet, um Undichtigkeiten an Übergängen zu vermeiden.

Fassade & Gebäudehülle

  • Putz- und Betonflächen: Risssanierung, Reprofilierung, Ausbesserungen, Beschichtungen
  • Fugen und Anschlüsse: Erneuerung/Abdichtung von Dehnfugen, Fensteranschlüssen, Übergängen zu Attika und Sockel
  • Bekleidungen und Befestigungen: Kontrolle und Instandsetzung von Unterkonstruktionen, Haltern, Ankern, Abdeckungen
  • Reinigung und Schutz: Entfernen von Verschmutzungen/Algen, Schutzbeschichtungen, Maßnahmen gegen erneute Verschmutzung je nach System

Dach & Aufbauten

  • Attika, Dachrand und Abdeckungen: Prüfung auf Undichtigkeiten, Korrosion und sichere Befestigung
  • Entwässerung: Dachrinnen, Fallrohre, Einläufe und Notentwässerung auf Funktion und Dichtheit prüfen
  • Durchdringungen und Aufbauten: Anschlüsse an Lüftung, Antennen, Steigleitungen, Blitzschutzkomponenten
  • Sicherheitsrelevante Bauteile: lose Bleche, Verkleidungen oder Anbauteile identifizieren und sichern

Warum Seilzugangstechnik oft ideal ist

Seilzugangstechnik ermöglicht eine flexible, punktgenaue Bearbeitung der Fassade ohne flächendeckendes Gerüst, insbesondere bei hohen Gebäuden, Innenhöfen oder schwer zugänglichen Bereichen. Dadurch lassen sich Inspektion, Schadenskartierung und viele Reparaturarbeiten mit geringerer Baustelleneinrichtung und kurzen Rüstzeiten durchführen. Zudem können kritische Details wie Anschlüsse, Fugen oder Befestigungspunkte nah und kontrolliert geprüft und dokumentiert werden.

Dokumentation & Ergebnisbericht

Eine saubere Dokumentation schafft Transparenz gegenüber Eigentümer, Verwaltung und ausführenden Gewerken. Sie dient als Grundlage für Ausschreibung, Qualitätssicherung und spätere Wartung. Bewährt haben sich klare Zuordnungen nach Fassadenachsen, Geschossen und Bauteilgruppen.

Typische Inhalte eines Berichts

  • Fotodokumentation mit Positionsangaben (Achsen, Höhen, Bauteilbezug)
  • Schadenskartierung/Pläne mit Klassifizierung nach Art und Dringlichkeit
  • Beschreibung der Ursachenannahmen und Randbedingungen (Witterung, Exposition, Nutzung)
  • Empfehlungen zu Sanierungsvarianten, Prioritäten und Schnittstellen zu anderen Gewerken
  • Nachweis der ausgeführten Sicherungs- und Schutzmaßnahmen während der Arbeiten

FAQ: Fassadensanierung

Wann ist eine Fassadensanierung erforderlich und wann reicht eine Reparatur?

Eine Reparatur kann ausreichen, wenn Schäden lokal begrenzt sind und keine fortschreitende Ursache (z. B. Feuchteeintrag über Anschlüsse) vorliegt. Eine Sanierung ist sinnvoll, wenn wiederkehrende Risse, großflächige Ablösungen, undichte Fugen, korrodierende Befestigungen oder systemische Mängel die Schutzfunktion der Fassade beeinträchtigen. Maßgeblich ist die Kombination aus Schadensumfang, Sicherheitsrisiko und erwarteter Restlebensdauer der vorhandenen Schichten.

Welche Rolle spielt eine Fassadenbegutachtung vor der Sanierung?

Die Begutachtung liefert eine strukturierte Zustandsbewertung, lokalisiert Schadstellen und hilft, Ursachen zu unterscheiden (z. B. Materialalterung vs. Undichtigkeit). Damit lassen sich Maßnahmen zielgerichtet planen, unnötige Arbeiten vermeiden und Prioritäten für sicherheitskritische Bereiche setzen. Sie ist besonders wichtig, wenn lose Teile, Abplatzungen oder unklare Feuchtewege vermutet werden.

Kann eine Fassadensanierung im laufenden Betrieb durchgeführt werden?

Häufig ja, wenn Zugang, Absperrungen und Staub-/Lärmschutz abgestimmt sind. Seilzugangstechnik kann die Beeinträchtigung reduzieren, weil weniger Stellfläche benötigt wird und Bereiche abschnittsweise bearbeitet werden können. Voraussetzung ist eine klare Sicherheits- und Kommunikationsplanung, insbesondere bei Publikumsverkehr und sensiblen Nutzungen.

Fassade prüfen und Sanierung sicher planen

Wir unterstützen Sie von der Fassadenbegutachtung über die Schadenskartierung bis zur Umsetzung geeigneter Reparaturmaßnahmen im Seilzugang. So erhalten Sie eine belastbare Entscheidungsgrundlage, klare Prioritäten und eine nachvollziehbare Dokumentation für die weitere Sanierungsplanung.