Was ist eine Glasfassade?
Eine Glasfassade ist eine Fassadenkonstruktion, bei der Glas als wesentlicher Bestandteil der äußeren Gebäudehülle eingesetzt wird. Sie kann als Pfosten-Riegel-Fassade, Elementfassade oder als strukturelle Verglasung ausgeführt sein und umfasst typischerweise Verglasung, Rahmen-/Tragkonstruktion, Befestigungen, Dichtungen sowie Anschlussfugen. Je nach System übernimmt die Fassade Funktionen wie Witterungsschutz, Wärmedämmung, Schallschutz und Tageslichtnutzung.
Ziel
Sicherer Betrieb und Werterhalt durch frühzeitiges Erkennen von Schäden an Glas, Dichtungen, Befestigungen und Anschlussbereichen.
Typisch für
Büro- und Verwaltungsgebäude, Hotels, Einkaufszentren, Atrien sowie Industrie- und Produktionsstandorte mit großflächigen Verglasungen.
Ergebnis
Dokumentierte Befunde mit Fotobelegen, Risikoeinschätzung und priorisierten Empfehlungen für Instandsetzung, Reinigung oder weitere Prüfungen.
Ablauf einer Glasfassade
Eine Inspektion der Glasfassade kombiniert visuelle Kontrolle, Funktionsprüfungen ausgewählter Bauteile und eine nachvollziehbare Dokumentation. Umfang und Prüftiefe richten sich nach Fassadensystem, Nutzung, Exposition (Wind/Schlagregen) und Zugänglichkeit.
1) Vorbereitung
- Sichtung vorhandener Unterlagen (Pläne, frühere Befunde, Wartungsprotokolle, Schadensmeldungen)
- Festlegen von Prüfzonen, Zugangskonzept (z. B. Seilzugang, Hubarbeitsbühne) und Sicherheitsmaßnahmen
- Abstimmung mit Betreiber zu Betriebszeiten, Absperrungen und Schutz vor herabfallenden Gegenständen
2) Prüfung vor Ort
- Sichtprüfung von Glasflächen auf Risse, Abplatzungen, Kratzer, Delamination/Trübungen und Verschmutzungsbilder
- Kontrolle von Fugen, Dichtungen und Entwässerungswegen (Alterung, Ablösungen, Undichtigkeitsindizien, Verstopfungen)
- Prüfung zugänglicher Befestigungen/Anschlüsse auf Korrosion, Lockerungen, Verformungen sowie Auffälligkeiten an Abdeckprofilen
3) Auswertung & Empfehlungen
- Bewertung der Befunde nach Dringlichkeit (z. B. Sicherheitsrisiko, Wassereintritt, Folgeschäden)
- Empfehlungen zu Sofortmaßnahmen, Instandsetzung (z. B. Dichtstoff-/Dichtungserneuerung) und Reinigungsintervallen
- Erstellen eines Berichts mit Fotodokumentation, Lagezuordnung und Maßnahmenplan
Was wird typischerweise geprüft?
Der Inspektionsumfang wird objektbezogen festgelegt. Neben der Glasfläche stehen insbesondere Randbereiche, Anschlüsse und Bauteile im Fokus, an denen Undichtigkeiten oder Befestigungsprobleme zuerst sichtbar werden.
Fassade & Gebäudehülle
- Verglasung: Oberflächenzustand, Kanten-/Eckbereiche, Beschichtungen, optische Auffälligkeiten
- Fugen/Dichtungen: Risse, Schrumpfung, Ablösungen, Haftflanken, Übergänge zu angrenzenden Bauteilen
- Profile/Abdeckungen: Sitz, Beschädigungen, Verformungen, Korrosionsspuren, Klapperstellen
- Anschlüsse/Details: Fenster- und Türelemente, Brüstungen, Dehnfugen, Durchdringungen, Tropfkanten und Entwässerung
Dach & Aufbauten
- Dachrandanschlüsse zur Glasfassade (Abdichtung, Abdeckbleche, Übergänge, Bewegungsfugen)
- Oberlichter/Atriumverglasungen und Anschlussdetails (Dichtungen, Entwässerung, Verschmutzungseintrag)
- Aufbauten in Fassadennähe (Lüftungsauslässe, Leitungen, Halterungen) als potenzielle Schadens- und Verschmutzungsquellen
- Dachentwässerung im Randbereich (Rinnen, Speier, Abläufe) zur Vermeidung von Rückstau und Fassadenverschmutzung
Warum Seilzugangstechnik oft ideal ist
Seilzugangstechnik ermöglicht eine punktgenaue Annäherung an Glasflächen, Fugen und Details, ohne großflächige Einrüstung. Dadurch lassen sich auch Rücksprünge, Atrien, Dachrandbereiche und schwer erreichbare Zonen effizient prüfen. Der Betrieb im Gebäudeumfeld wird häufig weniger beeinträchtigt, da Sperrflächen und Aufbauzeiten im Vergleich zu Gerüsten oft geringer ausfallen.
Dokumentation & Ergebnisbericht
Eine nachvollziehbare Dokumentation ist zentral, um Befunde zu vergleichen, Maßnahmen zu priorisieren und Gewährleistungs- bzw. Betreiberpflichten zu unterstützen.
Typische Inhalte eines Berichts
- Fotodokumentation mit Positionsangaben (Achsraster/Etage/Feld) und Detailaufnahmen
- Befundliste mit Beschreibung, vermuteter Ursache und Dringlichkeit
- Empfehlungen zu Instandsetzung, Reinigung und weiteren Prüfungen (z. B. Detailöffnung durch Fachfirma)
- Hinweise zu Zugänglichkeit, Sicherheitsmaßnahmen und erforderlichen Sperrbereichen
- Übersichtsplan/Skizze der geprüften Bereiche und der festgestellten Auffälligkeiten
FAQ: Glasfassade
Welche typischen Schäden treten an Glasfassaden auf?
Häufig sind gealterte oder gerissene Dichtstoffe/Dichtungen, Undichtigkeiten an Anschlussfugen, verstopfte Entwässerungen sowie Korrosions- oder Lockerungsanzeichen an Befestigungen. An der Verglasung selbst können Kratzer, Kantenbeschädigungen oder optische Auffälligkeiten (z. B. Trübungen) auftreten.
Wie oft sollte eine Glasfassade inspiziert werden?
Das hängt von System, Alter, Exposition und Nutzung ab. In der Praxis werden regelmäßige Sichtkontrollen und anlassbezogene Prüfungen (z. B. nach Stürmen, Umbauten oder bei Wassereintritt) kombiniert. Der Betreiber legt Intervalle sinnvollerweise anhand von Risiko und bisherigen Befunden fest.
Kann eine Inspektion ohne Gerüst durchgeführt werden?
Ja, je nach Objekt sind Seilzugangstechnik oder Hubarbeitsbühnen geeignete Alternativen. Seilzugang ist besonders vorteilhaft bei großen Höhen, Rücksprüngen und Atrien, wenn eine flexible Annäherung an Fugen und Details erforderlich ist.
Glasfassade prüfen lassen
Wir unterstützen bei der Begutachtung von Glasfassaden – von der Sichtprüfung bis zur dokumentierten Maßnahmenempfehlung. Auf Wunsch kombinieren wir Inspektion und Reinigung, um Befunde direkt zu verifizieren und Folgeschäden zu vermeiden.