Lexikon • Inspektion

Korrosionsschutz

Korrosionsschutz bezeichnet alle Maßnahmen, die Bauteile vor Korrosion und daraus folgenden Schäden bewahren. Er ist entscheidend für Sicherheit, Werterhalt und planbare Instandhaltung – besonders an exponierten Fassaden, Dächern und Stahlkonstruktionen.

Was ist Korrosionsschutz?

Unter Korrosionsschutz versteht man die Vermeidung oder Verlangsamung von Korrosion durch geeignete Werkstoffe, konstruktive Details, Beschichtungen und regelmäßige Inspektion. Ziel ist es, den Kontakt korrosionsanfälliger Materialien mit korrosiven Medien (z. B. Feuchte, Salz, Industrieatmosphäre) zu reduzieren und Schäden frühzeitig zu erkennen. In der Praxis umfasst Korrosionsschutz sowohl vorbeugende Maßnahmen (z. B. Beschichtungssysteme) als auch instandsetzende Arbeiten (z. B. Entrosten und Erneuern von Schutzschichten).

Ziel

Korrosionsbedingte Querschnittsverluste, Abplatzungen und Funktionsausfälle verhindern sowie Lebensdauer und Betriebssicherheit erhöhen.

Typisch für

Stahlbauteile, Geländer, Ankerpunkte, Fassadenbefestigungen, Dachaufbauten, Blitzschutzkomponenten sowie Bauteile in maritimer oder industrieller Umgebung.

Ergebnis

Dokumentierter Zustand, priorisierte Maßnahmen (sofort/kurz-/mittelfristig) und eine belastbare Grundlage für Instandsetzung und Wartungsplanung.

Ablauf einer Korrosionsschutz

Ein wirksamer Korrosionsschutz beginnt mit einer strukturierten Zustandsaufnahme und der Bewertung von Ursache, Ausmaß und Risiko. Daraus werden geeignete Maßnahmen und Intervalle für Kontrolle und Instandhaltung abgeleitet.

1) Vorbereitung

  • Objekt- und Bauteilübersicht (Pläne, Vorbefunde, Wartungsnachweise)
  • Festlegen von Prüfbereichen, Zugangswegen und Sicherheitsmaßnahmen
  • Abstimmung von Prüftiefe (Sichtprüfung, Detailprüfung, Stichproben) und Dokumentationsstandard

2) Prüfung vor Ort

  • Sichtprüfung auf Rost, Unterwanderung, Blasenbildung, Risse, Abplatzungen und Feuchteeintrag
  • Bewertung typischer Schwachstellen: Kanten, Fugen, Überlappungen, Schraubverbindungen, Wasserabläufe
  • Fotodokumentation, Verortung der Befunde und Einordnung nach Dringlichkeit (Sicherheits- und Folgeschadenrisiko)

3) Auswertung & Empfehlungen

  • Ursachenanalyse (z. B. Beschichtungsalterung, konstruktive Wasserführung, Kontaktkorrosion)
  • Empfehlung geeigneter Maßnahmen (Reinigung, Entrostung, Beschichtungserneuerung, konstruktive Anpassungen)
  • Vorschlag für Wartungs- und Kontrollintervalle sowie Priorisierung nach Risiko und Nutzung

Was wird typischerweise geprüft?

Der Umfang einer Korrosionsschutz-Inspektion richtet sich nach Bauteilart, Exposition und Nutzung. Häufig werden besonders witterungs- und feuchtebelastete Bereiche sowie sicherheitsrelevante Befestigungen detailliert betrachtet.

Fassade & Gebäudehülle

  • Stahlbauteile an der Fassade (Konsolen, Unterkonstruktionen, Geländer, Fluchtwege)
  • Befestigungspunkte und Durchdringungen (Schrauben, Dübel, Anker, Halterungen)
  • Fugen, Anschlüsse und Wasserläufe (Eintrittsstellen für Feuchte, stehendes Wasser)
  • Beschichtungszustand (Kreidung, Abplatzungen, Unterrostung, Kantenkorrosion)

Dach & Aufbauten

  • Dachaufbauten aus Metall (Geländer, Leitern, Podeste, Lüftungs- und Technikgestelle)
  • Blitzschutz- und Erdungskomponenten (Korrosionsspuren, Befestigungen, Übergänge)
  • Entwässerung und kritische Zonen (Dachrinnen, Abläufe, Kehlen, Attiken)
  • Kontaktstellen unterschiedlicher Metalle (Risiko von Kontaktkorrosion) und beschädigte Schutzschichten

Warum Seilzugangstechnik oft ideal ist

Seilzugangstechnik ermöglicht eine bauteilscharfe Inspektion von Fassaden, Dachkanten und schwer zugänglichen Stahlkonstruktionen ohne aufwendige Gerüststellung. Prüfer können Befunde aus nächster Nähe beurteilen, Details fotografisch verorten und bei Bedarf kleine Sicherungs- oder Vorarbeiten (z. B. Freilegen von Befestigungen) gezielt ausführen. Das reduziert Sperrflächen und ist besonders vorteilhaft bei laufendem Betrieb.

Dokumentation & Ergebnisbericht

Eine nachvollziehbare Dokumentation ist zentral, um Korrosionsschutzmaßnahmen zu planen, zu beauftragen und später zu überprüfen. Sie schafft Vergleichbarkeit über mehrere Inspektionszyklen.

Typische Inhalte eines Berichts

  • Fotodokumentation mit Positionsangaben (Bauteil, Achse, Höhe, Bereich)
  • Befundliste mit Beschreibung, Ausmaß und Dringlichkeit
  • Empfehlungen zu Maßnahmen und Prioritäten (kurz-/mittel-/langfristig)
  • Hinweise zu möglichen Ursachen und kritischen Detailpunkten
  • Zusammenfassung für Betreiber: Risiken, nächste Schritte, empfohlene Kontrollintervalle

FAQ: Korrosionsschutz

Woran erkennt man beginnende Korrosion an beschichteten Bauteilen?

Typische Anzeichen sind Rostfahnen, Blasenbildung, Abplatzungen, Risse in der Beschichtung, Kantenkorrosion sowie dunkle Verfärbungen an Fugen und Überlappungen. Auch stehendes Wasser und dauerhaft feuchte Bereiche erhöhen das Risiko deutlich.

Warum reicht eine reine Sichtprüfung manchmal nicht aus?

Eine Sichtprüfung erkennt viele Schäden früh, aber nicht jede Unterwanderung oder Korrosion an verdeckten Kontaktstellen. Bei kritischen Bauteilen (z. B. Befestigungen, tragende Stahlteile) können Detailprüfungen und stichprobenartige Freilegungen sinnvoll sein, um das Risiko korrekt zu bewerten.

Welche Rolle spielt die Umgebung (z. B. Küste oder Industrie) beim Korrosionsschutz?

Salzhaltige Luft, Sprühnebel, Abgase und Staub können Korrosion beschleunigen. In solchen Umgebungen sind robustere Schutzsysteme und kürzere Inspektionsintervalle üblich, weil Feuchte und aggressive Medien länger und intensiver auf die Oberfläche einwirken.

Korrosionsschutz prüfen und Maßnahmen ableiten lassen

Wir unterstützen bei der Inspektion korrosionsgefährdeter Bauteile an Fassade und Dach – inklusive Fotodokumentation, Risikoeinschätzung und umsetzbaren Empfehlungen. Auf Wunsch setzen wir geeignete Instandhaltungsarbeiten im Seilzugang effizient um.