Lexikon • Inspektion

Leckageortung Dach

Bei der Leckageortung am Dach wird die Eintrittsstelle von Wasser gezielt ermittelt, statt nur den sichtbaren Schaden innen zu bewerten. So lassen sich Reparaturen präzise planen, Folgeschäden reduzieren und Stillstände minimieren.

Was ist Leckageortung Dach?

Leckageortung Dach bezeichnet die systematische Untersuchung von Dachflächen und Anschlüssen, um die Ursache und den Ort einer Undichtigkeit zu finden. Je nach Dachaufbau und Schadensbild kommen visuelle Prüfung, Feuchtemessungen sowie geeignete Prüfverfahren (z. B. Rauch-/Nebeltests oder kontrollierte Bewässerung) zum Einsatz. Ziel ist eine belastbare Zuordnung der Leckage zu einer konkreten Schwachstelle wie Naht, Anschluss, Durchdringung oder Entwässerung.

Ziel

Eintrittsstelle(n) von Wasser am Dach eindeutig lokalisieren und die Ursache nachvollziehbar dokumentieren.

Typisch für

Flachdächer mit Abdichtung, Anschlüsse an Attika/aufgehende Bauteile, Dachfenster/Lichtkuppeln, Durchdringungen, Rinnen und Notüberläufe.

Ergebnis

Konkrete Reparaturpunkte mit Priorisierung, Risikobewertung und Empfehlungen für Instandsetzung bzw. weitere Öffnungen/Prüfungen.

Ablauf einer Leckageortung Dach

Die Leckageortung folgt einem strukturierten Vorgehen: erst Informationen und Schadensbild klären, dann zielgerichtet prüfen und anschließend Maßnahmen ableiten. So wird vermieden, dass unnötig großflächig geöffnet oder „auf Verdacht“ abgedichtet wird.

1) Vorbereitung

  • Aufnahme der Objektinformationen: Dachaufbau (soweit bekannt), Nutzung, Entwässerung, bekannte Umbauten und Vorreparaturen
  • Sichtung von Plänen/Fotos, Schadensprotokollen und Innenbefunden (Wasserlaufspuren, Tropfstellen, Zeitpunkte bei Regen/Wind)
  • Sicherheits- und Zugangsplanung (Absturzsicherung/Seilzugang, Sperrbereiche, Witterungsfenster)

2) Prüfung vor Ort

  • Visuelle Inspektion der Dachfläche und Details: Nähte, Anschlüsse, Attika, Durchdringungen, Einläufe, Aufkantungen, Schutzlagen
  • Feuchte- und Plausibilitätsprüfung: Abgleich Innen-/Außenbefund, Eingrenzung von Verdachtsbereichen, Prüfung typischer Schwachstellen
  • Gezielte Tests je nach Situation: z. B. kontrollierte Bewässerung einzelner Bereiche, Rauch-/Nebeltest an Anschlüssen oder Detailprüfung an Entwässerung

3) Auswertung & Empfehlungen

  • Zuordnung der Leckage zu Bauteil/Detail (z. B. Naht, Anschluss, Durchdringung, Einlauf) und Beschreibung der wahrscheinlichen Ursache
  • Empfehlungen für Sofortmaßnahmen (provisorische Sicherung) und dauerhafte Instandsetzung (Reparaturumfang, Material-/Detailhinweise)
  • Hinweise auf Folgerisiken (Durchfeuchtung von Dämmung, Korrosion, Schimmel, elektrische Anlagen) und ggf. Bedarf an weiterführender Prüfung

Was wird typischerweise geprüft?

Der Untersuchungsumfang richtet sich nach Dachtyp, Schadensbild und Zugänglichkeit. In der Praxis werden Dachfläche, Übergänge zur Gebäudehülle und alle wasserführenden Bauteile gemeinsam betrachtet, weil Leckagen häufig über Wege auftreten, die nicht der sichtbaren Tropfstelle entsprechen.

Fassade & Gebäudehülle

  • Anschlüsse Dach–Fassade, Attikaabdeckungen und Übergänge zu aufgehenden Bauteilen
  • Fenster-/Türanschlüsse im Dachrandbereich sowie Durchdringungen an aufgehenden Bauteilen
  • Risse, Fugen, Abdeckbleche und Befestigungspunkte (z. B. Geländer, Konsolen) im Randbereich
  • Innenbefundabgleich: Feuchtezonen, Wasserlaufspuren, mögliche Kondensations-/Nutzungsursachen zur Abgrenzung

Dach & Aufbauten

  • Abdichtung: Nähte/Stöße, Reparaturstellen, Blasen/Falten, mechanische Beschädigungen
  • Durchdringungen und Aufbauten: Lüfter, Leitungen, Antennen, PV-Aufständerungen, Lichtkuppeln/Dachfenster, Schornsteine
  • Entwässerung: Dachabläufe, Rinnen, Notüberläufe, Laubfangkörbe, Gefälle-/Pfützenzonen
  • Anschlüsse und Aufkantungen: Kehlen, Wandanschlüsse, Attika, Dachrandprofile, Blechanschlüsse

Warum Seilzugangstechnik oft ideal ist

Seilzugangstechnik ermöglicht eine schnelle, punktgenaue Erreichbarkeit von Dachrändern, Attiken, Lichtkuppeln und schwer zugänglichen Anschlussdetails – oft ohne aufwendige Gerüststellung. Das ist besonders hilfreich, wenn Leckagen an Randbereichen, Fassadenanschlüssen oder an außenliegenden Bauteilen vermutet werden. Zudem lassen sich Prüfungen und Dokumentation effizient durchführen, während Betriebsabläufe häufig weniger beeinträchtigt werden.

Dokumentation & Ergebnisbericht

Eine nachvollziehbare Dokumentation ist entscheidend, damit Reparaturen gezielt beauftragt und später überprüft werden können. Üblich ist eine Kombination aus Fotodokumentation, Lageangaben und klaren Handlungsempfehlungen.

Typische Inhalte eines Berichts

  • Fotodokumentation der geprüften Bereiche und festgestellten Auffälligkeiten (Übersicht und Detail)
  • Lageplan/Skizze mit markierten Verdachts- und Leckagepunkten (z. B. Raster, Achsen, Abstände zu Aufbauten)
  • Beschreibung des Dachaufbaus (soweit erkennbar) und der geprüften Details/Anschlüsse
  • Ergebnisdarstellung inkl. Plausibilitätskette (Innenbefund ↔ Außenbefund ↔ Test/Beobachtung)
  • Empfehlungen für Sofortmaßnahmen, Reparaturumfang und Prioritäten (kurz-/mittelfristig)

FAQ: Leckageortung Dach

Warum liegt die Tropfstelle innen oft nicht direkt unter der Undichtigkeit?

Wasser kann in Dachaufbauten seitlich wandern, z. B. entlang von Gefälle, Trennlagen, Dämmung oder Bauteilfugen. Auch Winddruck und Kapillarwirkung können den Eintrittsweg verändern. Deshalb wird bei der Leckageortung immer das gesamte Umfeld der Tropfstelle geprüft, insbesondere Anschlüsse und Entwässerung.

Welche Verfahren werden bei der Leckageortung eingesetzt?

Zum Einsatz kommen je nach Dachtyp und Situation vor allem visuelle Detailprüfung, Feuchtemessungen sowie gezielte Tests wie kontrollierte Bewässerung einzelner Bereiche oder Rauch-/Nebeltests an Anschlüssen. Welche Methode geeignet ist, hängt u. a. von Abdichtungsart, Aufbau, Witterung und Zugänglichkeit ab.

Muss das Dach für die Leckageortung geöffnet werden?

Nicht zwingend. Häufig lässt sich die Leckage durch systematische Prüfung und Tests so weit eingrenzen, dass nur kleinflächige Öffnungen zur Bestätigung oder zur Reparatur nötig sind. Wenn der Dachaufbau stark durchfeuchtet ist oder mehrere Schadstellen vorliegen, kann eine weitergehende Öffnung sinnvoll sein.

Undichtigkeit am Dach gezielt lokalisieren lassen

Wir unterstützen bei der Leckageortung am Dach – von der strukturierten Prüfung bis zur klaren Reparaturempfehlung. Auf Wunsch übernehmen wir die sichere Zugangsplanung per Seilzugangstechnik und die dokumentierte Übergabe der Befunde an Instandhaltung oder Dachdeckerbetrieb.