Was ist Persönliche Schutzausrüstung (PSA)?
Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist Ausrüstung, die von einer Person getragen oder gehalten wird, um sie gegen Risiken für Sicherheit und Gesundheit zu schützen. Dazu zählen je nach Tätigkeit z. B. Schutzhelm, Schutzbrille, Handschuhe, Gehörschutz, Schutzkleidung sowie PSA gegen Absturz (z. B. Auffanggurt, Verbindungsmittel, Falldämpfer, mitlaufende Auffanggeräte). PSA ist Teil des Arbeitsschutzes und ergänzt technische und organisatorische Maßnahmen; sie ersetzt diese nicht.
Ziel
Schutz vor arbeitsbedingten Gefährdungen (z. B. Absturz, Anstoßen, Schnitt, Chemikalien, Lärm) durch geeignete, passende und korrekt verwendete Ausrüstung.
Typisch für
Arbeiten in der Höhe, im Seilzugang, bei Inspektion und Instandhaltung an Fassaden, Dächern, Anlagen und Masten; Einsatz in Bereichen mit mechanischen, chemischen oder thermischen Risiken.
Ergebnis
Reduziertes Unfall- und Verletzungsrisiko, klar definierte Ausrüstungsstandards, nachvollziehbare Prüf- und Nutzungsnachweise sowie sichere Arbeitsabläufe.
Ablauf einer Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Damit PSA wirksam schützt, muss sie zur Gefährdungsbeurteilung passen, korrekt eingestellt und vor jeder Nutzung kontrolliert werden. Zusätzlich sind wiederkehrende Prüfungen durch eine befähigte Person sowie eine saubere Dokumentation erforderlich.
1) Vorbereitung
- Gefährdungen ermitteln und PSA-Bedarf ableiten (z. B. Absturz, Kanten, Witterung, Chemikalien, elektrische Risiken).
- PSA auswählen: richtige Schutzkategorie, Kompatibilität der Komponenten (z. B. Gurt–Verbindungsmittel–Auffanggerät–Anschlagpunkt).
- Träger unterweisen: Anlegen, Einstellen, Einsatzgrenzen, Rettungs- und Notfallmaßnahmen.
2) Prüfung vor Ort
- Sicht- und Funktionskontrolle vor jeder Benutzung (z. B. Gurtbänder/Nähte, Karabiner, Falldämpfer, Seile, Kennzeichnungen).
- Passform und Einstellung prüfen (z. B. Gurt korrekt anliegend, keine Verdrehungen, Verschlüsse geschlossen).
- Einsatzbedingungen sicherstellen: geeignete Anschlagpunkte, ausreichende Freifallhöhe/Absturzraum, Schutz vor scharfen Kanten und Hitze.
3) Auswertung & Empfehlungen
- Festgestellte Mängel bewerten und PSA ggf. sofort außer Betrieb nehmen (Quarantäne/Markierung).
- Empfehlungen zu Ersatz, Reparatur nur nach Herstellervorgaben, sowie zu Lagerung und Pflege ableiten.
- Prüf- und Unterweisungsnachweise aktualisieren; Verbesserungen in Arbeitsanweisungen übernehmen.
Was wird typischerweise geprüft?
Der konkrete Umfang von PSA richtet sich nach Tätigkeit, Arbeitsort und Umgebungsbedingungen. In der Praxis werden häufig mehrere Schutzfunktionen kombiniert, z. B. Absturzschutz plus Kopf- und Augenschutz.
Fassade & Gebäudehülle
- PSA gegen Absturz: Auffanggurt, Verbindungsmittel/Falldämpfer oder Auffanggerät, geeignete Karabiner/Verbinder.
- Kopf- und Augenschutz: Helm mit Kinnriemen, Schutzbrille je nach Staub/Partikeln.
- Handschutz und Schutzkleidung passend zu Kanten, Reinigungschemie oder mechanischer Belastung.
- Arbeitsplatzbezogene Ergänzungen: Werkzeugfangsysteme, geeignete Schuhe mit rutschhemmender Sohle.
Dach & Aufbauten
- Absturzsicherung abgestimmt auf Anschlageinrichtungen und Arbeitspositionierung (z. B. Rückhaltesystem vs. Auffangsystem).
- Witterungsschutz: geeignete Kleidung/Handschuhe gegen Kälte, Nässe und Windchill; UV-Schutz bei langer Exposition.
- Zusätzliche Risiken berücksichtigen: Kanten, Durchsturzstellen, heiße Oberflächen, bewegliche Bauteile.
- Kommunikations- und Notfallausrüstung nach Einsatz: z. B. Funk, Erste-Hilfe-Ausstattung, Rettungsplan.
Warum Seilzugangstechnik oft ideal ist
Seilzugangstechnik ermöglicht Inspektion und Arbeiten an schwer zugänglichen Bereichen mit geringem Aufbauaufwand und hoher Flexibilität. Die Methode setzt jedoch konsequenten Einsatz von PSA gegen Absturz und redundanten Systemen (Arbeits- und Sicherungssystem) voraus. Durch standardisierte Ausrüstung, klare Checks und dokumentierte Prüfungen lassen sich Risiken kontrolliert beherrschen und Stillstandszeiten häufig reduzieren.
Dokumentation & Ergebnisbericht
Eine belastbare Dokumentation unterstützt die Nachweisführung im Arbeitsschutz und sorgt dafür, dass nur geeignete und geprüfte PSA eingesetzt wird. Sie erleichtert außerdem die Planung von Ersatzbeschaffung und Unterweisungen.
Typische Inhalte eines Berichts
- Inventarliste mit eindeutiger Identifikation (z. B. Seriennummer), Zuordnung und Einsatzbereich
- Prüfprotokolle wiederkehrender Prüfungen durch befähigte Person inkl. Ergebnis und Maßnahmen
- Nachweise zu Unterweisungen und Einweisungen der Anwender
- Protokolle zu Aussonderung/Quarantäne, Reparaturen nur gemäß Herstellervorgaben
- Hinweise zu Lagerung, Pflege und Transport (z. B. trocken, UV-geschützt, chemikalienfrei)
FAQ: Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Was zählt zur PSA und was ist „PSA gegen Absturz“?
Zur PSA zählen alle Ausrüstungen, die vor Gesundheits- und Sicherheitsrisiken schützen, z. B. Helm, Brille, Handschuhe, Gehörschutz oder Schutzkleidung. PSA gegen Absturz ist der Teil der PSA, der speziell vor Absturz schützt, z. B. Auffanggurt, Verbindungsmittel mit Falldämpfer, Auffanggeräte, Seile und geeignete Verbindungselemente.
Wie oft muss PSA geprüft werden?
PSA sollte vor jeder Benutzung durch den Anwender sichtbar und funktional kontrolliert werden. Zusätzlich sind wiederkehrende Prüfungen durch eine befähigte Person erforderlich; die Prüffristen richten sich nach Einsatzbedingungen, Beanspruchung und Herstellerangaben. Nach außergewöhnlichen Ereignissen (z. B. Sturzbelastung, Beschädigung, Chemikalienkontakt) ist PSA sofort außer Betrieb zu nehmen und zu bewerten.
Darf beschädigte PSA repariert und weiterverwendet werden?
Beschädigte oder auffällig veränderte PSA darf nicht weiterverwendet werden. Reparaturen sind nur zulässig, wenn der Hersteller dies ausdrücklich vorsieht und die Reparatur fachgerecht nach Herstellervorgaben erfolgt; andernfalls ist die Ausrüstung auszusondern. Bei PSA gegen Absturz gilt: Nach Sturzbelastung oder unklarer Historie ist in der Regel eine Aussonderung bzw. Herstellerprüfung erforderlich.
PSA sicher auswählen und prüfen lassen
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