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Untergrundprüfung

Eine Untergrundprüfung klärt, ob ein Bauteiloberfläche tragfähig, trocken, sauber und für die geplante Maßnahme geeignet ist. Sie ist die Grundlage für sichere Reparaturen, Beschichtungen, Abdichtungen oder Befestigungen. So lassen sich Haftungsprobleme, Folgeschäden und unnötige Kosten vermeiden.

Was ist eine Untergrundprüfung?

Untergrundprüfung bezeichnet die systematische Untersuchung eines Untergrunds (z. B. Beton, Putz, Mauerwerk, Metall oder Holz) hinsichtlich Zustand und Eignung für nachfolgende Arbeiten. Geprüft werden typischerweise Festigkeit/Tragfähigkeit, Oberflächenbeschaffenheit, Riss- und Schadensbild, Feuchte sowie Verunreinigungen und Altbeschichtungen. Die Ergebnisse dienen dazu, geeignete Vorbehandlung, Materialien und Ausführungsdetails festzulegen.

Ziel

Sichere Entscheidungsgrundlage schaffen: Ist der Untergrund für Reparatur, Beschichtung, Abdichtung oder Befestigung geeignet und welche Vorarbeiten sind erforderlich?

Typisch für

Fassaden- und Betoninstandsetzung, Riss- und Putzsanierung, Korrosionsschutz, Abdichtungsarbeiten, Montagepunkte/Anker, Vorbereitung von Reinigungs- und Beschichtungsmaßnahmen.

Ergebnis

Dokumentierter Befund mit Schadenskartierung, Bewertung der Untergrundqualität und konkreten Empfehlungen zu Reinigung, Vorbehandlung, Materialwahl und Ausführungsumfang.

Ablauf einer Untergrundprüfung

Der Ablauf wird an Bauteil, Höhe, Zugänglichkeit und Ziel der Maßnahme angepasst. Üblich ist eine Kombination aus Sichtprüfung, einfachen Vor-Ort-Tests und – falls nötig – weiterführenden Untersuchungen oder Laboranalysen.

1) Vorbereitung

  • Ziel klären (z. B. Beschichtung, Reparatur, Montage) und relevante Unterlagen sichten (Pläne, frühere Befunde, Schadenshistorie)
  • Prüfflächen und repräsentative Bereiche festlegen (Wetterseiten, Sockelzonen, Anschlüsse, Schadstellen)
  • Zugang, Arbeitssicherheit und Dokumentationsstandard planen (Fotos, Messprotokolle, Lagebezug)

2) Prüfung vor Ort

  • Sicht- und Klopfprüfung: Risse, Abplatzungen, Hohllagen, Korrosion, Ausblühungen, Verschmutzung, Bewuchs
  • Messungen/Tests nach Bedarf: Feuchteorientierung, Haftungs-/Abreißtests, Schichtdicken- und Beschichtungsprüfung, Salz-/Kontaminationshinweise
  • Probenahme oder Freilegungen, wenn Schichtaufbau, Untergrundfestigkeit oder Schadensursache sonst nicht sicher beurteilbar sind

3) Auswertung & Empfehlungen

  • Befunde bewerten: Tragfähigkeit, Haftung, Durchfeuchtung, Schadensmechanismen und Risikobereiche
  • Maßnahmen ableiten: Reinigung/Entfernung von Altbeschichtungen, Untergrundvorbereitung, Reparaturverfahren, Material- und Systemvorschlag
  • Umfang und Prioritäten definieren (Sofortmaßnahmen, Monitoring, Sanierungsabschnitte) und Dokumentation bereitstellen

Was wird typischerweise geprüft?

Der Umfang einer Untergrundprüfung richtet sich nach dem geplanten Eingriff und dem Risiko bei Fehlhaftung oder Versagen. Häufig werden besonders exponierte Zonen und Detailanschlüsse intensiver geprüft als homogene Flächen.

Fassade & Gebäudehülle

  • Putz- und Anstrichzustand: Kreidung, Abblättern, Hohllagen, Haftung, Schichtaufbau
  • Risse, Abplatzungen und Anschlussdetails (Fensterbänke, Dehnfugen, Sockel, Attika)
  • Feuchte- und Salzindikatoren (z. B. Ausblühungen) sowie Bewuchs/Verunreinigungen als Haftungsrisiko
  • Untergrundfestigkeit und Eignung für Reparaturmörtel, Beschichtungssysteme oder Befestigungen

Dach & Aufbauten

  • Untergründe für Abdichtungen: Zustand, Sauberkeit, Haftung und kritische Übergänge
  • Aufbauten und Durchdringungen (Lüfter, Geländer, Technik): Korrosion, Befestigungspunkte, Dichtanschlüsse
  • Entwässerungsbereiche (Rinnen, Gullys, Kehlen): Verschmutzung, Stauwasserindikatoren, Materialzustand
  • Bewertung von Altbelägen/Altabdichtungen als Grundlage für Instandsetzung oder Rückbau

Warum Seilzugangstechnik oft ideal ist

Seilzugangstechnik ermöglicht eine nahe, punktgenaue Prüfung auch an schwer zugänglichen Fassaden, Schächten oder Dachkanten. Prüfer können Schadstellen direkt erreichen, Details im Anschlussbereich beurteilen und Messungen/Probenahmen durchführen, ohne großflächige Einrüstung. Das reduziert Rüstzeiten, Eingriffe in den Betrieb und erlaubt eine flexible Prüfung entlang definierter Prüflinien.

Dokumentation & Ergebnisbericht

Eine nachvollziehbare Dokumentation ist zentral, damit Planung, Ausschreibung und Ausführung auf denselben Befunden basieren. Sie sollte die Lage der Befunde eindeutig zuordnen und die Prüfschritte transparent machen.

Typische Inhalte eines Berichts

  • Fotodokumentation mit Lagebezug (Achsraster, Geschoss, Fassadenfeld) und Detailaufnahmen
  • Schadenskartierung (z. B. Risse, Abplatzungen, Hohllagen, Korrosion, Durchfeuchtung) mit Priorisierung
  • Mess- und Prüfprotokolle (Geräte/Verfahren, Prüfstellen, Randbedingungen, Ergebnisse)
  • Beschreibung des Schichtaufbaus und der Untergrundart inkl. Auffälligkeiten (Altbeschichtungen, Kontaminationen)
  • Empfehlungen zu Vorbehandlung, Materialsystemen, Ausführungsgrenzen und ggf. weiterführenden Untersuchungen

FAQ: Untergrundprüfung

Wann ist eine Untergrundprüfung sinnvoll oder notwendig?

Immer dann, wenn die Haftung oder Tragfähigkeit für die geplante Maßnahme entscheidend ist, z. B. vor Beschichtungen, Putz-/Betoninstandsetzung, Abdichtungen oder Befestigungen. Besonders wichtig ist sie bei sichtbaren Schäden, unbekanntem Altaufbau, Feuchteproblemen oder wiederkehrenden Ablösungen.

Welche Prüfungen werden typischerweise durchgeführt?

Üblich sind Sicht- und Klopfprüfungen, die Beurteilung von Rissen und Anschlüssen sowie – je nach Ziel – orientierende Feuchtebewertungen, Haftungs-/Abreißtests, Schichtdicken- bzw. Beschichtungsprüfungen und punktuelle Probenahmen. Welche Tests erforderlich sind, hängt vom Untergrund und dem geplanten System ab.

Ersetzt eine Untergrundprüfung eine Bauwerksdiagnostik oder Laboranalyse?

Nein. Eine Untergrundprüfung liefert eine praxisnahe Eignungsbewertung und konkrete Ausführungsempfehlungen. Bei unklaren Schadensursachen, komplexen Materialsystemen oder sicherheitsrelevanten Fragestellungen können weiterführende Untersuchungen (z. B. Laboranalysen oder vertiefte Diagnostik) zusätzlich erforderlich sein.

Untergrund prüfen lassen – bevor Sie sanieren oder montieren

Wir unterstützen Sie bei der Untergrundprüfung an Fassade, Dach und schwer zugänglichen Bauteilen – auf Wunsch mit Seilzugangstechnik. Sie erhalten eine klare Befundlage und umsetzbare Empfehlungen für Vorbereitung, Materialwahl und Instandsetzung.