Was ist eine Dachinspektion?
Unter Dachinspektion versteht man die planmäßige Sicht- und Funktionsprüfung eines Daches (z. B. Flachdach oder Steildach) inklusive relevanter Anschlüsse, Durchdringungen und Aufbauten. Ziel ist es, Mängel wie Undichtigkeiten, lose Bauteile, Korrosion oder Schäden an Abdichtungen zu identifizieren, bevor Folgeschäden an der Gebäudehülle oder der Nutzung entstehen. Je nach Objekt kann die Inspektion durch Begehung, seilgestützten Zugang oder ergänzende Mess- und Dokumentationsmethoden erfolgen.
Ziel
Schäden und Sicherheitsrisiken am Dach frühzeitig erkennen, bewerten und Instandhaltungsmaßnahmen planbar machen.
Typisch für
Gewerbe- und Industriegebäude, Wohnanlagen, öffentliche Gebäude sowie Dächer mit vielen Aufbauten (PV, Lüftung, Lichtkuppeln).
Ergebnis
Dokumentierter Zustandsbericht mit Fotobelegen, Priorisierung der Befunde und konkreten Empfehlungen für Wartung, Reparatur oder weitere Prüfungen.
Ablauf einer Dachinspektion
Eine Dachinspektion folgt einem klaren Ablauf: Vorbereitung und Sicherheitsplanung, strukturierte Prüfung vor Ort sowie die Auswertung mit nachvollziehbarer Dokumentation.
1) Vorbereitung
- Klärung von Dachtyp, Nutzung, Zugängen, Sperrbereichen und Betriebsabläufen
- Sicherheits- und Rettungsplanung (z. B. Absturzsicherung, Anschlagpunkte, Witterungscheck)
- Festlegung von Prüfumfang, Dokumentationsstandard und Fotopunkten
2) Prüfung vor Ort
- Sichtprüfung der Dachfläche und kritischer Details (Nähte, Anschlüsse, Durchdringungen, Attika)
- Kontrolle von Entwässerung (Gullys, Notüberläufe, Rinnen) auf Verstopfung, Schäden und Funktion
- Prüfung von Aufbauten und Befestigungen (z. B. Lichtkuppeln, Geländer, Leitern, PV-Unterkonstruktion) auf festen Sitz und Korrosion
3) Auswertung & Empfehlungen
- Bewertung der Befunde nach Dringlichkeit (sofort, kurzfristig, planbar)
- Empfehlungen zu Reparatur, Wartung, Reinigung oder weiterführender Untersuchung
- Übergabe eines Berichts mit Fotos, Lagebezug und Maßnahmenliste
Was wird typischerweise geprüft?
Der genaue Umfang richtet sich nach Dachkonstruktion, Alter, Vorbefunden und dem Risiko von Folgeschäden. Häufig werden Dach und angrenzende Bauteile der Gebäudehülle gemeinsam betrachtet.
Fassade & Gebäudehülle
- Attika- und Randabschlüsse, Übergänge zur Fassade
- Außenliegende Fugen, Abdeckungen und Blechanschlüsse im Dachrandbereich
- Bauteile mit möglichem Wassereintrag (z. B. Anschlüsse an Aufzugskopf, Technikaufbauten)
- Sichtprüfung auf Feuchtespuren, Abplatzungen, Korrosion oder lose Teile in Randzonen
Dach & Aufbauten
- Dachhaut/Deckung: Risse, Blasen, offene Nähte, lose Ziegel/Schiefer, Durchstoßungen
- Durchdringungen und Anschlüsse: Lüfter, Rohre, Kabeltrassen, Dachfenster/Lichtkuppeln
- Entwässerung: Gullys, Notentwässerung, Rinnen, Laubfang, Gefälleprobleme
- Aufbauten und Sicherungseinrichtungen: Geländer, Anschlagpunkte, Laufwege, PV- und Antennenanlagen (Sicht- und Befestigungscheck)
Warum Seilzugangstechnik oft ideal ist
Seilzugangstechnik ermöglicht die Inspektion schwer zugänglicher Dachbereiche, Dachränder und Aufbauten ohne großflächige Gerüststellung. Das ist besonders vorteilhaft bei komplexen Geometrien, begrenzten Aufstellflächen oder wenn der Betrieb möglichst wenig beeinträchtigt werden soll. Zudem lassen sich Befunde aus nächster Nähe prüfen und fotografisch dokumentieren; kleinere Sofortmaßnahmen (z. B. Entfernen von losem Material) können – sofern beauftragt und zulässig – direkt mitgeplant werden.
Dokumentation & Ergebnisbericht
Eine belastbare Dokumentation macht Befunde nachvollziehbar und unterstützt die Planung von Instandhaltung, Budget und Prioritäten.
Typische Inhalte eines Berichts
- Fotodokumentation mit Lagebezug (Dachplan/Skizze, Zonen, Bauteilzuordnung)
- Befundliste mit Beschreibung, Ursache/Indizien und Risikoeinschätzung
- Empfehlungen mit Priorisierung und grober Maßnahmenlogik (Sofortmaßnahme, kurzfristig, mittelfristig)
- Hinweise zu Zugängen, Sicherungseinrichtungen und organisatorischen Rahmenbedingungen
- Optional: Abgleich mit Vorbefunden/Altberichten zur Zustandsentwicklung
FAQ: Dachinspektion
Wie oft sollte eine Dachinspektion durchgeführt werden?
Das hängt von Dachtyp, Alter, Beanspruchung und Schadenshistorie ab. In der Praxis werden Inspektionen häufig regelmäßig sowie zusätzlich nach außergewöhnlichen Ereignissen wie Sturm, starkem Schneefall oder Arbeiten auf dem Dach veranlasst.
Was ist der Unterschied zwischen Dachinspektion und Dachwartung?
Die Dachinspektion ist die Zustandsfeststellung und Bewertung (Prüfen und Dokumentieren). Dachwartung umfasst darüber hinaus wiederkehrende Pflege- und Erhaltungsarbeiten wie Reinigen von Entwässerung oder kleinere Instandsetzungen, sofern beauftragt.
Kann eine Dachinspektion ohne Dachbegehung erfolgen?
Teilweise ja, etwa durch Sichtprüfung von sicheren Standorten oder mit Hilfsmitteln. Für eine verlässliche Beurteilung kritischer Details (Anschlüsse, Durchdringungen, Befestigungen) ist jedoch häufig eine Näheinspektion erforderlich, z. B. durch Begehung oder seilgestützten Zugang.
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