Lexikon • Inspektion

Mastwartung

Unter Mastwartung versteht man die regelmäßige Inspektion und Instandhaltung von Masten und deren Anbauteilen. Ziel ist es, Schäden früh zu erkennen, die Betriebssicherheit zu gewährleisten und Ausfälle zu vermeiden. Je nach Masttyp umfasst das Arbeiten in großer Höhe, oft bei laufendem Betrieb und mit speziellen Sicherheitsanforderungen.

Was ist Mastwartung?

Mastwartung bezeichnet alle geplanten Maßnahmen zur Prüfung, Pflege und Instandsetzung von Masten (z. B. Sendemasten, Flutlichtmasten, Antennen- und Messmasten) einschließlich der tragenden Struktur, Korrosionsschutzsysteme, Steigwege, Anschlagpunkte und montierter Technik. Dazu gehören Sicht- und Funktionsprüfungen, das Beheben festgestellter Mängel sowie die Dokumentation des Zustands als Grundlage für weitere Instandhaltungsentscheidungen.

Ziel

Standsicherheit, Betriebssicherheit und Verfügbarkeit des Mastes sichern; Schäden, Korrosion und Lockerungen frühzeitig erkennen und beheben.

Typisch für

Sendemasten und Antennenträger, Flutlicht- und Beleuchtungsmasten, Mess- und Kameramasten sowie Sonderkonstruktionen mit Plattformen, Leitern und Kabelwegen.

Ergebnis

Nachvollziehbarer Zustandsbericht mit Fotodokumentation, priorisierten Maßnahmen (sofort/kurz-/mittelfristig) und ggf. ausgeführten Reparaturen bzw. Montagen.

Ablauf einer Mastwartung

Eine Mastwartung wird strukturiert geplant, vor Ort sicher durchgeführt und anschließend fachlich ausgewertet. Der Ablauf richtet sich nach Masttyp, Zugänglichkeit, Wetterfenstern und betrieblichen Vorgaben (z. B. Funkbetrieb, Sperrbereiche).

1) Vorbereitung

  • Objektaufnahme: Masttyp, Höhe, Zugänge, Anbauteile, Betreiberanforderungen und vorhandene Unterlagen
  • Gefährdungsbeurteilung und Rettungskonzept (inkl. Wetter- und Umfeldbewertung, Absperrung/Verkehrssicherung)
  • Arbeits- und Prüfplan festlegen: Prüfpunkte, Mess-/Dokumethoden, benötigte Ersatzteile und Werkzeuge

2) Prüfung vor Ort

  • Sichtprüfung der Struktur: Korrosion, Beschichtungszustand, Verformungen, Risse, Schweißnähte, Schraubverbindungen
  • Prüfung von Steigwegen und Sicherungseinrichtungen: Leiter, Steigschutz, Anschlagpunkte, Plattformen, Geländer, Beschilderung
  • Kontrolle der Anbauteile/Technik: Antennen- und Halterungen, Kabelwege, Schellen, Erdung/Blitzschutz-Komponenten, Dichtungen und Durchführungen

3) Auswertung & Empfehlungen

  • Befundbewertung und Priorisierung: sicherheitsrelevant, betriebsrelevant, kosmetisch
  • Empfehlungen für Instandsetzung: Korrosionsschutz, Austausch von Verbindungselementen, Nachziehen, Nachrüsten, Reinigungs- und Schutzmaßnahmen
  • Abschlussdokumentation mit Fotos, Lageangaben (Höhen-/Bauteilzuordnung) und Maßnahmenplan inkl. Termin- und Aufwandsschätzung

Was wird typischerweise geprüft?

Der konkrete Umfang hängt von Mastbauart und Nutzung ab. Häufig werden tragende Bauteile, Zugänge, Sicherungseinrichtungen sowie montierte Technik und deren Befestigungen in einem Wartungsgang zusammen betrachtet.

Fassade & Gebäudehülle

  • Übergang Mastfuß zu Bauwerk: Befestigungen, Abdichtungen, Durchdringungen und sichtbare Korrosions- oder Feuchteschäden
  • Anschlussbereiche an Attika/Brüstung: Scheuerstellen, Kantenschutz, Leitungsdurchführungen
  • Wandhalterungen und Konsolen (bei Wandmasten): Schraubverbindungen, Dübel-/Ankerbereiche, Verformungen
  • Umfeldprüfung: Abstände, Anprallschutz, Zugänglichkeit, Absperr- und Rettungswege

Dach & Aufbauten

  • Mastkonstruktion: Schaft/Segmentstöße, Flansche, Schrauben, Schweißnähte, Korrosionsschutz und Beschichtungsschäden
  • Steig- und Arbeitsbereiche: Leitern, Steigschutz, Plattformen, Geländer, Ruhepodeste, Anschlagpunkte
  • Technik und Befestigungen: Antennen/Träger, Ausleger, Kabeltrassen, Schellen, UV-/Witterungsschäden an Leitungen
  • Erdung/Blitzschutz: Sichtprüfung von Ableitungen, Verbindern, Klemmen, Potentialausgleich und mechanischem Zustand

Warum Seilzugangstechnik oft ideal ist

Seilzugangstechnik ermöglicht die Mastwartung auch dort, wo Hubarbeitsbühnen oder Gerüste nicht wirtschaftlich oder nicht einsetzbar sind (z. B. beengte Standorte, empfindliche Flächen, große Höhen). Teams können gezielt einzelne Bereiche anfahren, Prüfungen und kleinere Instandsetzungen in einem Einsatz kombinieren und die Stillstandszeiten häufig reduzieren. Voraussetzung sind eine geeignete Zugangslösung, ein belastbares Rettungskonzept und die Abstimmung mit Betreiber- und Sicherheitsvorgaben.

Dokumentation & Ergebnisbericht

Eine saubere Dokumentation macht den Zustand vergleichbar, unterstützt die Instandhaltungsplanung und dient als Nachweis gegenüber Betreiber, Eigentümer und ggf. Versicherern.

Typische Inhalte eines Berichts

  • Zustandsbericht mit Prüfumfang, Datum, Witterung und eingesetzten Methoden
  • Fotodokumentation mit eindeutiger Zuordnung (Bauteil, Höhe/Position, Detailaufnahme)
  • Mängelliste mit Einstufung nach Dringlichkeit und Risiko (z. B. sicherheitsrelevant/betriebsrelevant)
  • Empfohlene Maßnahmen inkl. Materialvorschlägen, Zugangsart und grober Aufwandsschätzung
  • Nachweis ausgeführter Arbeiten (Arbeitsprotokoll, verwendete Materialien, Vorher-Nachher-Fotos)

FAQ: Mastwartung

Wie oft sollte eine Mastwartung durchgeführt werden?

Das hängt von Masttyp, Standortbedingungen (Wind, salzhaltige Luft, Industrieatmosphäre), Alter, Nutzung und Betreiberanforderungen ab. In der Praxis werden regelmäßige Sicht- und Zustandskontrollen in festen Intervallen geplant und bei Auffälligkeiten durch vertiefte Prüfungen oder Instandsetzungen ergänzt.

Welche typischen Mängel werden bei Masten gefunden?

Häufig sind Korrosion und Beschichtungsschäden, gelockerte Schraubverbindungen, beschädigte Kabelbefestigungen, Verschleiß an Leitern/Steigschutz, defekte Beschilderung sowie Schäden an Plattformen, Geländern oder Durchführungen. Auch unsachgemäße Nachrüstungen und fehlende Sicherungen an Anbauteilen sind wiederkehrende Befunde.

Kann die Mastwartung im laufenden Betrieb erfolgen?

Oft ja, sofern die Arbeiten sicher geplant sind und Betreiberfreigaben vorliegen. Bei Sendemasten können zusätzliche Vorgaben gelten (z. B. Sperrbereiche, Abschaltungen einzelner Systeme, Zugangsbeschränkungen). Entscheidend sind eine klare Abstimmung, definierte Sicherheitsmaßnahmen und ein geeignetes Rettungskonzept.

Mastwartung planen und sicher umsetzen

Wir unterstützen bei Inspektion, Dokumentation und Instandsetzung von Masten – inklusive Seilzugangslösung, Absperrkonzept und Maßnahmenplan. Senden Sie uns Standort, Masttyp und gewünschte Prüftiefe, damit wir den Einsatz passend kalkulieren können.