Was ist Photovoltaik-Montage?
Unter Photovoltaik-Montage versteht man die fachgerechte Befestigung von PV-Modulen auf einer geeigneten Unterkonstruktion sowie die Verlegung und Anbindung der zugehörigen DC/AC-Komponenten (z. B. Strings, Leitungswege, Wechselrichteranschluss) gemäß Planung. Dazu gehören auch die Abstimmung mit der Gebäudehülle (Dachhaut/Fassade), die Einhaltung von Herstellervorgaben und die Funktions- und Sichtprüfung nach der Installation.
Ziel
Sichere, langlebige und leistungsfähige PV-Anlage durch korrekte Befestigung, fachgerechte Leitungsführung und geprüfte elektrische Verbindung.
Typisch für
Montage auf Steildach/Flachdach, Fassadenanlagen, Nachrüstungen im Bestand, Arbeiten in Höhe mit eingeschränktem Zugang (z. B. Innenstädte, Industrieareale).
Ergebnis
Installierte PV-Module inkl. Unterkonstruktion und Verkabelung, geprüfte Montagequalität sowie nachvollziehbare Fotodokumentation und Mess-/Prüfprotokolle.
Ablauf einer Photovoltaik-Montage
Ein strukturierter Ablauf reduziert Montagezeiten, vermeidet Schäden an Dach und Fassade und schafft klare Nachweise für Abnahme und Betrieb. Je nach Objekt werden Zugangs- und Sicherungskonzepte früh festgelegt und mit der Montageplanung verzahnt.
1) Vorbereitung
- Sichtung von Planung/Belegungsplan, Statik-/Lastannahmen und Herstellervorgaben der Montagesysteme
- Festlegen von Zugangs- und Sicherungsmaßnahmen (z. B. Seilzugang, Anschlagpunkte, Rettungskonzept)
- Material- und Logistikkonzept: Anlieferung, Zwischenlagerung, Schutz der Gebäudehülle und Witterungsfenster
2) Prüfung vor Ort
- Beurteilung des Montageuntergrunds (Dachhaut, Trapezblech, Beton, Fassade) und der Befestigungspunkte
- Montage der Unterkonstruktion und Module mit kontrollierten Befestigungen; Sichtkontrolle auf Versatz, Klemmlagen und Beschädigungen
- Leitungsführung und Schutzmaßnahmen (z. B. Scheuerschutz, UV-beständige Befestigung, Tropfschleifen), anschließend Funktions-/Sicherheitsprüfungen nach Projektvorgaben
3) Auswertung & Empfehlungen
- Zusammenstellung der Montage- und Prüfnachweise (Fotos, Stücklisten, Abweichungen, Nacharbeiten)
- Empfehlungen für Wartungsintervalle, Reinigungsbedarf und wiederkehrende Sichtprüfungen (z. B. nach Sturmereignissen)
- Übergabe der Dokumentation zur Abnahme und als Grundlage für Betrieb, Gewährleistung und spätere Erweiterungen
Was wird typischerweise geprüft?
Der Leistungsumfang variiert je nach Montageart (Aufdach, Indach, Fassade) und Objektbedingungen. Neben der reinen Modulmontage sind Schnittstellen zur Gebäudehülle und zur elektrischen Installation entscheidend.
Fassade & Gebäudehülle
- Montage von Fassaden-PV (z. B. an Unterkonstruktionen/Schienensystemen) unter Berücksichtigung der Hinterlüftung und Entwässerung
- Abstimmung von Durchdringungen, Dichtungen und Leitungsdurchführungen mit der Gebäudehülle
- Schutz vor Kontaktkorrosion und Materialunverträglichkeiten gemäß Systemvorgaben
- Sichtprüfung auf Beschädigungen an Fassadenbekleidung, Dichtstoffen und Befestigungselementen nach Montage
Dach & Aufbauten
- Montage auf Steil- und Flachdächern inkl. Unterkonstruktion (z. B. Dachhaken, Stockschrauben, Klemmsysteme, Ballastierung nach Planung)
- Kabelwege über Dachaufbauten, Attiken und Technikbereiche mit mechanischem Schutz und ordentlicher Fixierung
- Kontrolle von Dachhaut/Abdichtung im Montagebereich, insbesondere an Durchdringungen und Randzonen
- Integration von Zusatzkomponenten nach Projekt (z. B. Überspannungsschutz, Potentialausgleich/Blitzschutz-Schnittstellen, Schneefang-Abstände)
Warum Seilzugangstechnik oft ideal ist
Seilzugangstechnik ermöglicht die Montage und Kontrolle von PV-Anlagen an schwer zugänglichen Dach- und Fassadenbereichen, oft ohne großflächige Sperrungen oder aufwendige Gerüststellungen. Dadurch lassen sich Rüstzeiten reduzieren und Arbeiten punktgenau dort ausführen, wo sie benötigt werden. Besonders bei Bestandsgebäuden, Innenhöfen oder hohen Fassaden kann der Seilzugang eine wirtschaftliche und flexible Lösung sein, sofern die objektbezogene Gefährdungsbeurteilung dies zulässt.
Dokumentation & Ergebnisbericht
Eine nachvollziehbare Dokumentation unterstützt Abnahme, Betrieb und spätere Fehlersuche. Sie sollte Montagezustand, Abweichungen und relevante Prüfungen transparent festhalten.
Typische Inhalte eines Berichts
- Fotodokumentation von Unterkonstruktion, Klemmbereichen, Leitungswegen und Durchdringungen
- Übersicht zu verbauten Komponenten (Modultyp, Montagesystem, Befestiger, Kabel/Stecker) gemäß Projektunterlagen
- Protokollierte Sichtprüfungen und festgestellte Mängel inkl. Maßnahmen/ Nacharbeit
- Dokumentation der Zugangs- und Sicherungsmaßnahmen während der Arbeiten (objektbezogen)
- Übergabeunterlagen für Betrieb/Wartung, z. B. Hinweise zu Reinigungs- und Inspektionspunkten
FAQ: Photovoltaik-Montage
Woran erkennt man eine fachgerechte PV-Montage?
Typisch sind korrekt ausgerichtete Module, gleichmäßige Klemmlagen nach Herstellervorgabe, mechanisch geschützte und sauber befestigte Leitungswege sowie eine dokumentierte Prüfung. Zusätzlich sollten Durchdringungen und Übergänge zur Gebäudehülle dicht und dauerhaft ausgeführt sein.
Kann Photovoltaik auch an Fassaden montiert werden?
Ja, Fassaden-PV ist möglich, erfordert aber eine passende Unterkonstruktion und eine sorgfältige Abstimmung mit der Gebäudehülle (z. B. Hinterlüftung, Entwässerung, Befestigungsuntergrund). Zugänglichkeit und Arbeitssicherheit spielen dabei eine zentrale Rolle.
Wann ist Seilzugang statt Gerüst sinnvoll?
Seilzugang kann sinnvoll sein, wenn nur Teilflächen bearbeitet werden, die Umgebung wenig Platz bietet oder Sperrungen minimiert werden sollen. Voraussetzung ist, dass geeignete Anschlagmöglichkeiten vorhanden sind und die Gefährdungsbeurteilung den Einsatz erlaubt.
Photovoltaik-Montage sicher umsetzen lassen
Wir unterstützen bei Montage, Sichtprüfung und Dokumentation von PV-Anlagen an Dach und Fassade – auch an schwer zugänglichen Bereichen per Seilzugangstechnik. Senden Sie uns Objektangaben, Pläne und Fotos, damit wir Aufwand, Zugang und Sicherheitskonzept belastbar einschätzen können.