Industrieanlagen & Schächte

Arbeiten im 120-Meter-Schacht in Frankfurt – Kabel verlegen und Öffnungen verschließen per Seilzugangstechnik

September 2026 Frankfurt am Main 4 Min. Lesezeit
Industriekletterer am Seil in einem Versorgungsschacht in Frankfurt bei der Verlegung und Befestigung von Kabeltrassen

Wenn man an Industriekletterer denkt, denkt man nach oben: Fassaden, Türme, Dächer. Ein großer Teil unserer Arbeit geht aber in die andere Richtung. Versorgungsschächte, Silos, Behälter und Kanäle sind Räume, in die keine Bühne und kein Gerüst passt – aber ein Mensch am Seil.

Dieser Beitrag zeigt an einem Einsatz in Frankfurt, wie wir in einem 120 Meter langen Schacht Kabel verlegt und befestigt und anschließend Öffnungen verschlossen haben. Und warum Seilzugangstechnik dort nicht nur die beste, sondern oft die einzige Zugangsmethode ist.

Das Objekt: 120 Meter Schacht mit Rohrleitungen und Kabeltrassen

Ein Versorgungsschacht in Frankfurt, 120 Meter lang, durchzogen von Rohrleitungen mit Dämmung, Steigleitern und Kabeltrassen. Der Querschnitt ist eng, die Beleuchtung fehlt, der Beton ist rau. Es gibt keine Arbeitsebene, auf der man stehen könnte – nur die Leitungen, die man nicht belasten darf, und die Wände.

Zwei Aufgaben: Neue Kabel entlang der vorhandenen Trassen führen und fachgerecht befestigen. Und Öffnungen im Schacht verschließen – typischerweise, damit Luft, Feuchtigkeit oder Tiere nicht eindringen. Beides erfordert Arbeit an jedem Punkt der 120 Meter – nicht nur an den Zugängen.

Blick in einen 120 Meter langen Betonschacht in Frankfurt, in dem Industriekletterer Öffnungen verschließen
Blick in den Schacht: rauer Beton, kein Licht, keine Arbeitsebene. Die einzige Beleuchtung ist die Stirnlampe.

So arbeiten wir in einem Schacht

Ein Schacht ist ein enger Raum im Sinne der DGUV Regel 113-004. Das heißt: Bevor jemand hineingeht, sind Atmosphäre, Rettungsweg und Kommunikation geklärt. Die Klettertechnik ist dieselbe wie an der Fassade – die Vorbereitung ist umfangreicher.

Unser Vorgehen im Überblick:

  • Freimessen und Belüften: Vor dem Einstieg wird die Atmosphäre auf Sauerstoffgehalt und Gase gemessen. Bei Bedarf wird belüftet. Die Messung läuft während der Arbeit weiter – ein Schacht kann sich in Minuten verändern.
  • Sicherungsposten und Rettungskonzept: Niemand arbeitet allein im Schacht. Am Einstieg steht ein Sicherungsposten mit Sichtkontakt oder Funk, und das Rettungskonzept ist vor dem Einstieg durchgesprochen – inklusive der Frage, wie eine verletzte Person aus 120 Metern Schacht herauskommt.
  • Anschlagpunkte im Bestand: Im Schacht gibt es keine vorbereiteten Anschlagpunkte. Wir prüfen, welche Bauteile die Last aufnehmen können, und setzen bei Bedarf temporäre Anschlagmittel – nie an Rohrleitungen oder Kabeltrassen.
  • Kabelverlegung im Abseilen: Die Kabel werden entlang der bestehenden Trasse geführt und im vorgegebenen Abstand befestigt. Zugentlastung, Biegeradien und Abstand zu Wärmeleitungen werden eingehalten – mehr dazu unter Kabelmontage.
  • Öffnungen verschließen: Durchbrüche und Fugen werden gereinigt und mit dem passenden Material verschlossen – je nach Anforderung dicht gegen Feuchtigkeit, Tiere oder als Brandschutzabschottung. Jede Stelle wird vorher und nachher fotografiert.

Warum im Schacht das Seil die einzige Option ist

An einer Fassade ist Seilzugangstechnik die wirtschaftlichste von mehreren Möglichkeiten. In einem Schacht ist sie meist die einzige. Ein Gerüst braucht Platz und einen tragfähigen Boden – beides fehlt. Eine Bühne passt nicht durch den Einstieg. Und ein Steigschutz an der Leiter bringt einen Menschen zwar nach unten, aber nicht an die Stelle in zwei Metern Abstand, an der das Kabel befestigt werden muss.

Am Seil bewegen wir uns frei im Querschnitt, positionieren uns mit beiden Händen frei an jeder Stelle und nehmen Material und Werkzeug gesichert mit. Das Prinzip ist dasselbe wie bei Silos und Behältern: Wo der Raum den Zugang bestimmt, ist der Mensch am Seil das flexibelste Werkzeug.

Schacht- und Anlagenarbeiten in Frankfurt und Rhein-Main

Frankfurt hat unter der Oberfläche eine zweite Stadt: Versorgungsschächte, Kanäle, Technikräume von Hochhäusern, Industrieschächte in Höchst und Fechenheim. Als Industriekletterer in Frankfurt übernehmen wir dort Montage, Reinigung, Inspektion und Reparaturarbeiten – mit derselben Sicherheitsroutine wie an der Fassade, ergänzt um die Regeln für enge Räume.

Kabel & Leitungen

Verlegung, Befestigung und Nachrüstung entlang bestehender Trassen in Schächten und Steigräumen.

Abdichtung & Verschluss

Verschließen von Durchbrüchen, Fugen und Öffnungen – gegen Feuchtigkeit, Tiere oder als Abschottung.

Ihr Partner für Arbeiten, wo sonst niemand hinkommt

Wir arbeiten nach den Richtlinien von FISAT und IRATA, den DGUV-Vorschriften für Arbeiten mit Absturzgefahr und – im Schacht – nach der DGUV Regel 113-004 für enge Räume. Das Rettungskonzept ist bei uns kein Formular, sondern eine Übung: Wir wissen vor dem Einstieg, wie wir jemanden wieder herausbekommen.

Sie haben einen Schacht, ein Silo oder einen Technikraum in Frankfurt, in dem Arbeiten anstehen – und keine Zugangstechnik, die dort hinkommt?

Schicken Sie uns Fotos oder Pläne. Wir sagen Ihnen, ob es am Seil geht, und was dafür vorzubereiten ist.

VE

Vertical Experten Team

Dienstleistungen am Seil & Industrieklettern · Veröffentlicht am 11. September 2026

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Arbeiten im Schacht, Silo oder Behälter?

Wo keine Bühne und kein Gerüst hinkommt, arbeiten wir am Seil – nach unten genauso sicher wie nach oben.